23 Juni Von der C4T-Förderung zur industriellen Produktion: traceless eröffnet erste Fabrik in Hamburg
Das Hamburger Unternehmen traceless hat einen bedeutenden Meilenstein erreicht: Mit der Eröffnung der ersten Produktionsanlage in Hamburg skaliert das Startup seine nachhaltigen Materialien erstmals auf industrielles Niveau. Was 2020 noch als frühes Innovationsprojekt begann, hat sich inzwischen zu einem der sichtbarsten europäischen Akteure im Bereich biobasierter und plastikfreier Materialien entwickelt.
Wir begleiten traceless bereits seit den frühen Anfängen des Unternehmens, damals noch unter dem Namen Biofilm. Im Rahmen von Call 3 im Jahr 2020 überzeugten Dr. Anne Lamp und Johanna Baare mit ihrer Vision eines vollständig plastikfreien Materials auf Basis von Reststoffen der Agrarindustrie. Mit einer Anschubförderung von 30.000 Euro konnten wir durch Calls for Transfer die Weiterentwicklung der Technologie in einer entscheidenden frühen Phase unterstützen. Neben der Auszeichnung mit dem Deutschen Gründerpreis 2022 erhielt traceless zuletzt eine Series-A-Finanzierung in Höhe von 36,6 Millionen Euro. Die Entwicklung des Unternehmens zeigt exemplarisch, welches Potenzial gezielte Frühphasenförderung für nachhaltige Innovationen entfalten kann.
Ein Material ohne Rückstände
Das Besondere an den Materialien von traceless steckt bereits im Namen. Sie hinterlassen keine schädlichen Rückstände und sind vollständig biologisch abbaubar sowie kompostierbar. Hergestellt werden sie aus natürlichen Polymeren, die aus Reststoffen der Agrarindustrie gewonnen werden und als plastikfrei zertifiziert sind.
Gleichzeitig lassen sich die Materialien mit etablierten industriellen Verfahren wie Spritzguss oder Extrusion verarbeiten. Dadurch können unterschiedlichste Endprodukte hergestellt werden, von Verpackungslösungen bis hin zu Anwendungen in Gastronomie und Einzelhandel. .
Erste Produktionsanlage startet in Hamburg
Seit dem 13. Mai produziert traceless im Hamburger Stadtteil Neuland seine Materialien erstmals im industriellen Maßstab. Die neue Anlage soll jährlich rund 3.000 Tonnen des nachhaltigen Materials herstellen. Langfristig verfolgt das Unternehmen ambitionierte Wachstumsziele. Bis 2030 soll die Produktionskapazität auf 30.000 bis 40.000 Tonnen pro Jahr ausgebaut werden.
Warum die Skalierung nachhaltiger Materialien entscheidend ist
Die industrielle Skalierung nachhaltiger Materialien gilt als zentraler Hebel im Kampf gegen Plastikverschmutzung und CO₂-Emissionen. Während biobasierte Alternativen lange vor allem im Forschungs- und Pilotstadium existierten, zeigen Unternehmen wie traceless zunehmend, dass nachhaltige Materialien auch wirtschaftlich und industriell marktfähig werden können. Gerade die Verbindung aus technologischer Innovation, industrieller Skalierbarkeit und realen Anwendungsfeldern macht Projekte wie traceless für die Transformation der Kunststoffindustrie besonders relevant.
Von der Anschubfinanzierung zur industriellen Skalierung
Mit der neuen Produktionsanlage beginnt für traceless die nächste Wachstumsphase. Gleichzeitig zeigt die Entwicklung eindrucksvoll, welches Potenzial in früher Förderung steckt: Durch die Anschubfinanzierung von Calls for Transfer konnte aus einer Idee eine marktfähige, skalierbare Lösung entstehen. Die Fabrikeröffnung ist damit nicht nur ein Meilenstein für traceless, sondern auch ein starkes Signal für nachhaltige Innovationen in Europa.
Hier geht es zum Artikel in der FAZ.
Über „Calls for Transfer“
Das Programm wird von der Behörde für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung (BWFG) der Freien und Hansestadt Hamburg finanziert, befindet sich in Trägerschaft der Technischen Universität Hamburg (TUHH) und wird operativ von der Hamburg Innovation GmbH (HI) umgesetzt und koordiniert
