02 Juni Transfer, der bewegt: Wissenschaftssenatorin Blumenthal besucht HipHop-Projekt an der HfMT
Wie facettenreich und dynamisch Transferprojekte wirken können und wie eng sie mit ihrem gesellschaftlichen Umfeld verflochten sind, wurde beim Besuch von Senatorin Maryam Blumenthal an der Theaterakademie der Hochschule für Musik und Theater Hamburg (HfMT) am 1. Juni 2026 eindrucksvoll erlebbar. Im Zentrum stand das im Rahmen von Calls for Transfer (C4T) geförderte Projekt „HipHop Academy Zertifikat @HfMT“, initiiert von Dr. Benjamin Sprick und Dr. Bilinç Ercan-Catanzaro. Als Kooperation zwischen der HfMT und der HipHop Academy Hamburg verbindet es künstlerische Praxis, wissenschaftliche Reflexion und gesellschaftliche Teilhabe.
HipHop als kultureller Motor für gesellschaftlichen Wandel
Bereits zum Auftakt wurde deutlich, worum es bei diesem Projekt geht: gelebter Transfer! Den Einstieg bildete eine Performance mit dem eigens entwickelten C4T-Track, der das Förderprogramm und seine Idee künstlerisch aufgriff. Damit kann Calls for Transfer nun mit Stolz von sich behaupten, deutschlandweit das erste Förderprogramm mit eigenem HipHop-Track zu sein.
Im weiteren Verlauf wurde die Bühne zu einem lebendigen Begegnungsort: Die Performances der HipHop Academy wurden von einem Celloquartett der HfMT musikalisch begleitet. Diese künstlerischen Beiträge machten die Vielfalt und Ausdruckskraft der HipHop-Kultur unmittelbar erfahrbar und unterstrichen die hohe Relevanz des Projekts.
HipHop ist dabei weit mehr als ein Musikgenre – er zählt zu den prägendsten Jugendkulturen weltweit. Seit seiner Entstehung in den 1970er Jahren hat er nicht nur die Musik, sondern auch Tanz, Literatur, Theater, Mode und Design nachhaltig beeinflusst. Gleichzeitig fungiert HipHop als Ausdrucksform gesellschaftlicher Teilhabe, als Medium für transkulturellen Dialog und als Spiegel sozialer Veränderungen.
Gerade in urbanen Räumen wie Hamburg wirkt HipHop identitätsstiftend, verbindet unterschiedliche Lebensrealitäten und eröffnet neue Zugänge zu Bildung und Kultur. Das Projekt an der HfMT knüpft genau hier an: Es versteht HipHop bewusst als gleichwertige künstlerische Wissensform und schafft Sichtbarkeit für ästhetische Ausdrucksformen, die bisher oft außerhalb klassischer Hochschulstrukturen stehen.
Ziel des Projekts: Nachhaltiger Transfer zwischen Hochschule und Stadtgesellschaft
Das geförderte Vorhaben verfolgt ein klares Ziel: die Entwicklung eines gemeinsamen Zertifikatsprogramms von HfMT und HipHop Academy Hamburg. In einer Pilotphase wird ein Curriculum erarbeitet, das künstlerische Praxis, wissenschaftliche Ansätze und gesellschaftliche Perspektiven miteinander verbindet.
Im Zentrum steht ein wechselseitiger Wissenstransfer: Studierende der HfMT und Teilnehmende der HipHop Academy lernen voneinander, entwickeln gemeinsam Lehrformate und erschließen neue Perspektiven auf Kunst, Bildung und gesellschaftliche Teilhabe.
Das Projekt schafft damit eine Win-win-Situation: Während Studierende der Hochschule Zugang zu urbaner Praxis erhalten, profitieren die Teilnehmenden der HipHop Academy von wissenschaftlich fundiertem Know-how und einem anerkannten Hochschulzertifikat.
C4T: Transfer und Innovation in ihrer ganzen Vielfalt
Der Besuch machte zugleich deutlich, wofür das Förderprogramm Calls for Transfer steht: ein breites und modernes Verständnis von Transfer. Seit dem Start von C4T im Jahr 2018 unterstützt das Programm Projekte aus unterschiedlichsten Bereichen – von technologischen Innovationen über medizinische Anwendungen bis hin zu kulturellen und gesellschaftlichen Vorhaben.
„C4T steht für ein breites und modernes Verständnis von Transfer. 183 geförderte Projekte und 39 Millionen Euro eingeworbene Folgemittel zeigen eindrucksvoll: Die Wirkung ist real. Dabei ist C4T in der Hamburger Förderlandschaft einmalig, weil es niedrigschwellig, disziplinübergreifend und themenoffen in der Startphase fördert, damit sich große Potenziale entfalten können.“, betonte Johanna Große-Lohmann, Geschäftsführerin von Hamburg Innovation, in ihrem Grußwort.
Das Projekt der HfMT zeigt exemplarisch, wie dieser Transfer als kultureller und sozialer Prozess gedacht werden kann: als Raum für Austausch, Innovation und neue Perspektiven jenseits klassischer Disziplingrenzen.
Starke Partnerschaft für Hamburgs Jugendkultur
Ein zentrales Anliegen aller Beteiligten ist die langfristige Verstetigung des Projekts. Das „HipHop Academy Zertifikat@HfMT“ ist bewusst als Ausgangspunkt für eine dauerhafte Kooperation angelegt, die über die Projektlaufzeit hinaus Bestand haben soll.
Die HfMT und das Förderprogramm verfolgen dabei ein gemeinsames Ziel: erfolgreiche Transferprojekte nicht nur anzustoßen, sondern strukturell zu verankern und weiterzuentwickeln. So entstehen nachhaltige Bildungsangebote, die sowohl die Hochschule als auch die Stadtgesellschaft langfristig bereichern.
Ein Projekt mit Signalwirkung
Der Besuch der Senatorin unterstrich die große Bedeutung solcher Ansätze für den Wissenschafts- und Kulturstandort Hamburg. Das HipHop-Zertifikatsprojekt steht exemplarisch für eine neue Generation von Transferprojekten: interdisziplinär, gesellschaftlich relevant und nachhaltig angelegt.
Transfer entfaltet seine Wirkung besonders dann, wenn er unterschiedlichste Perspektiven zusammenbringt und in konkrete Innovation übersetzt. Mit Projekten wie diesem zeigt C4T, wie genau das gelingen kann.
Über „Calls for Transfer“
Das Programm wird von der Behörde für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung (BWFG) der Freien und Hansestadt Hamburg finanziert, befindet sich in Trägerschaft der Technischen Universität Hamburg (TUHH) und wird operativ von der Hamburg Innovation GmbH (HI) umgesetzt und koordiniert
